Am Berg bist du oft weit von Hilfe entfernt - umso wichtiger ist es, im Notfall ruhig und richtig zu handeln. Du musst kein Sanitäter sein. Schon wenige Grundlagen entscheiden darüber, ob aus einem kleinen Zwischenfall ein großes Problem wird. Dieser Überblick ersetzt keinen Kurs, gibt dir aber die wichtigsten Punkte an die Hand.
Der alpine Notruf
In ganz Europa erreichst du den Rettungsdienst über die 112. In den Alpen gibt es zusätzlich die Bergrettungs-Nummern (in Österreich die 140). Bleib am Telefon und nenne strukturiert:
- Wo ist der Notfall (Tour, markanter Punkt, GPS-Koordinaten)?
- Was ist passiert?
- Wie viele Personen sind betroffen?
- Wer meldet (Rückrufnummer)?
Ohne Empfang hilft das alpine Notsignal: sechsmal pro Minute ein sichtbares oder hörbares Zeichen, eine Minute Pause, dann wiederholen. Die Antwort erfolgt dreimal pro Minute.
Im Zweifel immer Hilfe rufen. Lieber einmal zu viel als einmal zu spät - die Bergrettung nimmt das niemandem übel.
Die häufigsten Verletzungen
Die meisten Zwischenfälle sind harmlos, wenn man sie früh versorgt.
Blasen
Der Klassiker. Bei der ersten Reibung sofort handeln: Blasenpflaster auf die gerötete Stelle, bevor sich die Blase bildet. Eine offene Blase wird steril abgedeckt, nicht aufgestochen.
Verstauchungen und Bänderdehnungen
Das PECH-Schema hilft: Pause, Eis oder Kühlung, Compression durch eine Binde, Hochlagern. Mit Wanderstöcken und Tape lässt sich ein Gelenk oft so weit stabilisieren, dass der Abstieg gelingt.
Unterkühlung und Sonnenstich
Beide Extreme sind am Berg real. Gegen Kälte hilft Isolation und warme Getränke, gegen Hitze Schatten, Wasser und das Hochlagern des Oberkörpers.
Das Erste-Hilfe-Set
Ein kompaktes Set wiegt kaum etwas und gehört in jeden Rucksack:
- Blasenpflaster und sterile Wundauflagen
- elastische Binde und Tape
- Dreieckstuch und Rettungsdecke
- Einmalhandschuhe und Desinfektion
- persönliche Medikamente und Schmerzmittel
Wichtiger als der teuerste Inhalt ist, dass du weißt, wie du ihn benutzt. Ein Erste-Hilfe-Kurs mit Outdoor-Schwerpunkt ist die beste Vorbereitung - und alle zwei bis drei Jahre eine Auffrischung wert.
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